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Training, Polizeiunterstützung und Belohnungen
Organisatorische Maßnahmen |
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Eine Reihe von organisatorischen Maßnahmen sorgen für die sinkende Zahl von Überfällen an Esso Tankstellen. Das Erlernen der Fähigkeit, einen Täter zu beschreiben, ist Gegenstand der Ausbildung der Esso Pächter. Alle Pächter durchlaufen, bevor sie auf eine eigene Station kommen, ein ca. 6 Monate umfassendes Training. Dazu rechnen Zeiten auf bereits laufenden Esso Stationen, aber auch eine lange theoretische Ausbildung. Teil dieser Ausbildung ist das Verhalten bei Überfällen. Die allererste Anweisung von Esso an alle auf der Tankstelle beschäftigten Menschen lautet: 'Tun Sie, was der Täter sagt. Geben Sie das Geld heraus und tun Sie alles, was er sagt, denn Geld läßt sich ersetzen, Menschenleben nicht.' Esso möchte nicht, dass Tankstellenmitarbeiter den Helden spielen. Sie werden angewiesen, den Forderungen der Täter nachzugeben und sich u.a. langsam zu bewegen, um keine Panikreaktion zu provozieren. Wenn der Alarm einer Tankstelle bei der Polizei eingeht, werden sofort sämtliche Polizeifahrzeuge in der Gegend zu der Station gerufen. Zur Tankstelle selbst fahren jedoch nur ein oder zwei, die übrigen sperren die wichtigsten Kreuzungen in der Umgebung. Zusammen mit dem örtlichen Polizeirevier sind die möglichen Fluchtwege der Täter ermittelt worden. Die Polizei sperrt so schnell wie möglich diese Kreuzungen, um evtl. fliehende Täter, von denen ja eine Beschreibung, möglicherweise sogar des Fahrzeugs und die Autonummer, vorliegen, stellen zu können. Diese Methode hat sich als außerordentlich erfolgreich erwiesen, es hat Jahre gegeben, in denen die durchschnittliche Fluchtentfernung von Esso Tankstellen 400 m betragen hat.
 Ein weiteres organisatorisches Mittel ist die Aussetzung einer hohen Belohnung. Sie liegt in der Regel bei dem zehn- bis zwanzigfachen des erbeuteten Betrages. Das Belohnungssystem wurde aufgrund sehr guter Erfahrungen im Rhein-Main-Gebiet eingeführt. Dort häuften sich vor Jahren Überfälle auf Esso Tankstellen. Durch sofortige Aussetzung hoher Belohnungen sind in relativ kurzer Zeit zahlreiche Täter benannt worden. Es hat sich herausgestellt, dass es in den Kreisen, in denen potentielle Täter verkehren, einfach als 'witzig' gilt, wenn jemand EUR 250,- auf einer Tankstelle erbeutet und dafür 3 Jahre ins Gefängnis muss und derjenige, der in Freiheit bleibt und den Tipp gegeben hat, EUR 5.000,- erhält. Die Belohnung soll allein dazu dienen, entscheidende Hinweise zur Ergreifung der Täter zu erhalten. Jeder, der dabei hilft, hat sie verdient, gleichgültig aus welchem Motiv. Das Training der Pächter und deren Personal umfasst auch die Beobachtung außergewöhnlicher Umstände. Wenn ein Kunde dreimal am Tag auf die Tankstelle kommt und nur Zigaretten kauft, dann könnte das auf ein Ausspionieren hindeuten. Falls dem Tankstellenpersonal eine Situation gefährlich erscheint, können sie durch Knopfdruck von der Kasse aus die Eingangstür sperren. Dies ist insbesondere zu Nachtzeiten anzuraten, wenn Fahrzeuge außerhalb des Lichtfelds der Tanksäulen halten. Alle Tankstellen sind besonders hell beleuchtet, auch bei Nacht. Zusätzlich haben zahlreiche Tankstellen Scheiben, die bis zum Boden reichen. Das bedeutet, dass jeder vorbeifahrende Autofahrer oder jeder auf die Tankstelle kommende Autofahrer vollen Einblick in das Geschehen innerhalb des Raums hat. Auch dies schreckt ab, da der Überfall leicht beobachtet werden kann. |
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